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Klosterer eines Regionalligisten unwürdig

Kategorie: Fußball 1. MannschaftDatum: 09.04.2018
Klosterer eines Regionalligisten unwürdig

Ein beängstigend schwacher SV Seligenporten bleibt bei der SpVgg Greuther Fürth II so gut wie alles schuldig.

Wie schon in der Vorwoche gegen Garching, legt der SV Seligenporten auch bei der SpVgg Greuther Fürth eine mehr als enttäuschende Leistung auf den Rasen und kassiert eine völlig verdiente 1:2 (1:1)-Niederlage. Nach dieser 14. Pleite im 28. Saisonspiel ist die Kluft zum ersten Nichtabstiegsplatz auf so gut wie unüberbrückbare neun Zähler angewachsen.
Im Vergleich zum letzten Spiel war SVS-Trainer Roger Prinzen dazu gezwungen, seine Formation auf drei Positionen um zu bauen. So ersetzten Tim Olschewski und Vincent Piwernetz die Gelbgesperrten Kevin Woleman und Raffael Kobrowski. Für den erkrankten Stanislaus Herzel feierte Vincent Piwernetz sein Regionalliga-Debüt. Die Klosterer waren noch mitten in der Findungsphase, als sie schon in der vierten Minute den 0:1-Rückstand schlucken mussten. Nach einer Flanke von Tim Danhof auf Benedikt Kirsch, brachte Tim Olschewski diesen im Strafraum zu Fall. Den fälligen Elfmeter schickte Alexandros Kartalis halbhoch und unerreichbar für Keeper Sebastian Kolbe ins Netz. Damit aber gaben sich die Fürther nicht zufrieden, sondern nagelten ihren Kontrahenten mit frühem Pressing in dessen eigener Hälfte fest. Diese Spielweise hatte zur Folge, dass der SVS kaum zu konstruktiven Aktionen fand und sich zahlreiche Abspielfehler leistete. Einer davon hätte beinahe zum 0:2 geführt, als Sammy Ammari frei vor Kolbe auftauchte, dann aber etwas überhastet aus 18 Metern abschloss und links am Tor vorbeizielte (18.). Auch in der Folge agierten die Kleeblättler durchwegs Gedanken- und Handlungsschneller, und entfachten insbesondere über ihren rechten Flügel immer wieder Gefahr. Es dauerte mehr als eine halbe Stunde, bis sich der SV Seligenporten das erste Mal an die gegnerische Grundlinie durchspielte. Diese Aktion sollte es dann aber gleich in sich haben. So schickte Raffael Kobrowski das Leder von der rechten Seite nach innen, wo Dominik Schad den Ball so unglücklich wie unhaltbar zum 1:1-Ausgleich (34.) ins eigene Gehäuse abfälschte.
Wer dachte, nun gehe ein Ruck durch die Klosterer und sie würden endlich mutig dagegenhalten, sah sich schnell getäuscht. Vielmehr musste Kolbe tief in seine Werkzeugkiste greifen, um gegen Danhof (38.) sowie Schad (41.) schlimmeres zu verhüten. Auch nach dem Seitenwechsel schaltete Fürth sofort wieder in den Vorwärtsgang, scheiterte aber entweder an der eigenen Abschlussschwäche oder an Kolbe, den an diesem Tag klar besten Klosterer. Wie es um die Vorwärtsbewegung seiner Vorderleute bestellt war, machte die beiden folgen Szenen in aller Klarheit deutlich. Nach einem Zuspiel von Marco Weber befand sich Sven Seitz in vielversprechender Position, brachte aber nur eine bessere Rückgabe zustande, die der bis dorthin ein bezahltes Sonnenbad genießende Fürther Torhüter Balázs Megyeri mühelos aufnahm (58.). Nicht mal in Tornähe gelangte zwei Minuten später der nächste SVS-Angriff, als Seitz seinen Sturmkollegen Kobrowski gut bediente, der sich das Spielgerät aber fast ohne Gegenwehr abluchsen ließ. Den beängstigend schwachen Auftritt des SVS an diesen beiden Akteuren festzumachen, ist freilich zu kurz gegriffen
gegriffen. Tatsächlich strahlten  sämtliche Feldspieler eine den Ernst der Tabellensituation schier konterkarierende Körpersprache aus und schlichen mutlos über das Feld. Eine gute Viertelstunde vor Schluss schaltete Christian Derflinger auf Links den Turbo ein. Dessen Vorlage nutzte Patrick Sontheimer zu einem Tänzchen durch die Abwehr, welches er mit dem 2:1 (76.) krönte. Nun endlich rafften sich die Gäste zu so etwas wie einer Schussoffensive aus, die in einem Lattenknaller von Weber auch einen echten Hochkaräter produzierte (86.). Damit nicht genug, bot sich Tobias Kramer im Anschluss an eine Ecke, sogar noch die große Chance zum Ausgleich. Dass er aber, statt sich wild entschlossen mit aller Kraft dem hereinfliegenden Leder entgegen zu werfen, dasselbe einfach über den Kopf streichen ließ, war nur zu bezeichnend.                                                                                                            

Stimmen zum Spiel:

Timo Rost, Trainer SpVgg Greuther Fürth II: „Der Sieg war mehr als verdient. Wir hätten in der ersten Hälfte noch das zweite, oder dritte Tor schießen müssen. Nach dem unglücklichen Eigentor kam meine Mannschaft gut zurück und wurde mit einem schönen Treffer belohnt.“

Roger Prinzen, Trainer SV Seligenporten: „Wir haben einfach nicht die Qualität, um mehrere Stammspieler zu ersetzen. Zudem fehlt vorne die Durchschlagskraft und auch die Qualität, damit wir uns im Zweikampf durchzusetzen. Beim Elfmeter haben wir uns dumm angestellt.“
 

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